Mittwoch, 22. April 2015

SKÄNKA

Liebe Ly, hier endlich mal etwas neues (und natürlich auch für den Rest)


Mit dem Loslassen ist es ein bisschen so wie mit dem Pflaster abreißen. Macht man es schnell und ruckartig, tut es weh, aber der Schmerz ist schnell vergessen. Zieht man das Pflaster jedoch ganz vorsichtig ab, dauert es. Sowohl das Nachlassen des Schmerzes als auch das Abreißen selbst. Ich gehöre eher zu Typ B. Ich ziehe mein Pflaster ab, merke, dass es weh tut, und drücke es wieder fest. Frage mich, ob der Hoffnungsschimmer von Dauer ist und male mir meine Zukunft in schönen Bonbonfarben. Bis das Leben mir zeigt, dass Bonbonfarben hier nicht angebracht sind. Dass ein schwarzer Edding zum Durchstreichen hier angebrachter wäre. Dass sich so das eine oder andere Pflaster an meinem Arm (oder eher in meinem Herzen) befindet, ist demnach keine Besonderheit mehr. Manchmal mag ich meine Pflaster. Manchmal schwelge ich gern in den Erinnerungen an diesen besonderen Menschen und gebe mich dem alten Gefühl hin. Bis es weh tut. Euphorisch versuche ich dann, das Pflaster zu lösen, fasse Mut und fühle mich stark. Doch es gelingt mir nicht. 

Alte und neue Pflaster. Sie kleben sind da und erinnern mich daran, welche Rückschläge ich in zwischenmenschlichen Beziehungen bereits einstecken musste. Und dass es einfach nicht klappen will, mit der Liebe und mir. Während meine Expartner mittlerweile alle Die Eine gefunden haben, horte ich Reisegutscheine auf Weihnachtskarten, die ich nie einlösen werden kann. Während die Exfreunde auf Wolke 7 schweben und das gemeinsame Leben planen, überlege ich, was ich am Wochenende kochen könnte. Für mich. Denn ich bin schon wieder gescheitert und auch dieses Pflaster wird seine Zeit brauchen, bis ich es wirklich lösen kann. Zu euphorisch, zu emotional. Zu viel gehofft und zu viel investiert. Zu viele Tränen und zu viel Wut und am Ende die Erkentniss, dass man machmal allein doch besser dran ist als in einem goldenen Käfig, an dessen Stäbe ich mir meine Flügel verbrenne. Nun fliege ich frei umher, mit meinen Pflastern, und finde mich mit dem Gedanken ab, dass ich doch eher eine Bratpfanne bin (denn sogar ein Wok kann einen Deckel haben, frag Lidl). Die ohne Deckel. Die SKÄNKA von Ikea für 9,99. Einfach aber dennoch liebenswert. Mit Vorgeschichte. Und Eigenarten. Aber einem guten Herz, wenn auch dieses schon einige Rückschläge verkraftet hat.

3 Kommentare:

  1. ohhhhh dein Text.. Ein paar Tränchen haben meine Augen besucht.. :'( Es hat also nicht geklappt mit deinem letzten Freund? oh neinnn?
    Das mit dem Pflaster abziehn, das kenne ich soooo gut, ich bin dieser Typ: so langsam wie möglich abziehen weil ich so Angst vor dem Schmerz habe -.-
    Ich bin mir gaaanz sicher dass irgendwo da draussen ein Deckel sein Leben lang auf den SKÄNKA gewartet hat. Der SKÄNKA hat nur unendlich Pech und wurde noch nicht von dem Deckel gefunden <3

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  2. PS: Hab den Text erst jetzt gesehen, hab schon 1000x versucht, deinen Blog zu abonnieren aber es funktioniert einfach nicht? Versteh noch nicht wieso

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  3. PPS: Bitte mehr und mehr schreiben <3

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