Tadaaaa, es gibt mich noch. Irgendwie existiere ich noch auf diesem Planeten, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, der Film "Die Truman Show" basiere auf meinem Leben. Mir passieren Dinge, die mir eigentlich kein Mensch glaubt. Aber dazu ein andern mal mehr.
Selbstreflexion. Eine Eigenschaft, die ich sehr schätze, auch an mir. Im Grunde genommen, bin ich immer danach bestrebt, mein Verhalten zu reflektieren und die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Ich analysiere Worte, Gesten, Mimik, Verhalten. Sowohl bei mir als auch bei anderen und versuche, aus Menschen zu lesen. Versuche zu erkennen, wer sich hinter der Fassade verbirgt. Nicht zuletzt, um mich selbst vor den Folgen zu schützen, die auf mich einbrechen, wenn ich mich den falschen Menschen hingebe.
Freundinnen, die sich deine Probleme halbherzig anhören, aber, während du noch schluchzt, von einem belanglosen Thema aus ihrem Leben anfangen ("Hmm, meinst du ich soll ihn mal fragen, wie es ihm so geht?") sind eigentlich keine Freundinnen.
Männer, die, witzig wie sie sind, von "all den anderen Frauen" sprechen, meinen das in der Regel auch so. Wenn du etwas über einen Mann wissen willst, musst du ihm zuhören. Er sagt, nichts an ihm ist gut? Nein, jetzt kommen wir bitte nicht auf die Idee, ihn ändern zu wollen. Scheinbar steckt in dem Kerl doch noch ein Funken Anstand, wenn er das Bedürfnis hat, eine gute Seele darüber aufzuklären, wen sie da vor sich hat. Was ist nur in der Evolution schief gegangen, dass wir Frauen nicht auf das Hören, was das andere Geschlecht von sich gibt? Entweder interpretieren wir Dinge, die gar nicht da sind oder wir interpretieren das, was er sagt, so wie Frau denken würde. Nämlich ganz anders. Viele unserer Probleme im Bezug auf Männer wären aus der Welt geschaffen, wenn wir Zuhören würden, ohne gleich die weibliche Welle an Emotionen in die Worte des Anderen zu legen. Aber ich bin auch nur eine Frau und interpretiere. Mache mir so meine Gedanken und spinne Situationen zusammen (Ich sollte mal anfangen, meine eigenen Ratschläge zu befolgen). Wir reagieren über oder reagieren nicht. Wenn ich mein Umfeld und auch mich betrachte, scheint es keine Mitte zu geben. Ist der Angebetete in seiner Wortwahl ein wenig schroff, ist Frau stinksauer und verbannt den Herrn auf die Couch.
Warnt der Herr allerdings die Evastochter zu Anfang eines Zusammenseins, in welcher Form auch immer, mit den Worten "Ich bin nicht gut für dich" ignorieren wir diese Warnung und nehmen uns dem Mann an, wir wollen ihn verändern und aus ihm einen guten Menschen machen. Vielleicht hatte er eine schlimme Kindheit oder eine grausame Trennung steckt ihm noch in den Knochen oder ihm sitzt ein Pups quer. Da kommt in der Dame gleich ein Fünkchen Mutter Theresa gepaart mit Hobbypsychologin durch. Auch nicht immer so eine gute Idee, wie ich selbst schon feststellen musste. Solche Männer wollen nicht gerettet werden. Die haben es nicht mal nötig. Eigentlich sollte diese Art Arschloch ein visuelles Erkennungmerkmal tragen, damit Frau gleich einen Sicherheitsabstand von mindestens fünfzehn Metern zwischen sich und den Herzensbrecher bringen kann. Das einzige, worauf der vermeintlich zu rettende Adam auf ist, sind Zahlen. Wie viele Frauen kann ich abschleppen? Wie viele parallel laufen lassen, ohne dass eine von ihnen Wind davon bekommt? Wo ist der größte Vorteil für mich dabei? Von dem, was Frau sich wünscht, ist da keine Spur. Der Kick liegt darin, die körperlichen Gelüste auszuleben und sich keine Verpflichtungen ins Haus zu holen. Mehr nicht. Kein Reihenhaus, keine zwei hübschen Kinder, keine Gartenparties, keine Spieleabende.
Wir Frauen hören das, was wir hören wollen und sehen das, was wir sehen wollen. Damit machen wir es dem anderen Geschlecht nicht gerade leicht. Sein wir doch mal ehrlich, allein schon durch unsere Denkweise sind wir den Männern haushoch überlegen ;-) Wenn wir sie dann auch noch im Dunkeln stehen lassen (die haben nicht den Hauch einer Ahnung, was in unserem Kopf so vorgeht), ist der nächste Zoff doch schon vorprogrammiert.
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