Montag, 27. Oktober 2014

Medizinball

Ich weiß nicht, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Ich weiß nur, dass ich mit dieser Kälte einfach nicht zurecht komme. Dass mir dieses banale "Hey wie geht's?" gegen den Strich geht. Ich fühle mich zurück gewiesen, missachtet, nicht verstanden. Da schafft er es, durch sein regelmäßiges Erscheinen in meinem Leben, in Form von Nachrichten, immer ein klein wenig in Erinnerung zu bleiben. Trotz Trennung. Und wenn ich ihm dann sämtliche Türen öffne - Nichts. Dann ist die Entfernung das K.O. Kriterium. Während ich das Gefühl habe, einen Medizinball gegen den Kopf bekommen zu haben, als ich heute beim Aufräumen meines Terminkalenders die Visitenkarte des kleinen Cupcake Ladens in Dortmund finde, in dem wir waren. Autsch. Vor meinem inneren Auge sehe ich uns, in dem rosa Laden sitzen. Ich mit meinem After Eight Cupcake und einem Milchkaffee. Was er gegessen hat, hab ich mir nicht eingeprägt. Ich war eher damit beschäftigt, ihn anzuschmachten. Daher ist kinnabwärts nicht mehr viel zu sehen, in meiner Erinnerung. Es war ein schöner Trip. Ich habe es so sehr genossen, ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Ich erinnere mich noch genau daran, wie jemand in der Dortmunder Fußgängerzone "River flows in you" auf dem Klavier spielte und ich stehen blieb, um den Klängen zu lauschen. Und dann, Hand in Hand, den Erkundungstrip fortführte. Wie wir im Stadion waren und er das Leuchten eines Fünfjährigen in den Augen hatte, der zu Weihnachten einen riesigen Bagger geschenkt bekam. Wie ich mir, um ihm zu gefallen, einen Borussia Dortmund Schal kaufte und das gute Stück den ganzen Ausflug über trug. Obwohl der überhaupt nicht zu meiner Tasche passte. Wie wir uns abends an der Raststätte die Zähle putzen. Wie er mit seiner Kopflampe auf dem Rastplatz herum lief. So viele Dinge, die mich an diesen Ausflug erinnern, dass ich direkt wieder losheulen könnte. Lange kann ich das nicht mehr. Auch wenn ich ihn nicht ganz aus meinem Leben verbannen möchte. Bin ihm echt so egal?

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